Insektentankstellen in Wien

Die Stadt Wien hat gerade am Stadtrand wertvolle Lebensräume und eine beachtliche Artenvielfalt. Der städtische Raum mit seiner Blockrandbebauung und seiner hohen Versiegelung hat jedoch eine starke Barrierewirkung für viele Arten.

Daher haben wir uns entschlossen, Insektentankstellen anzulegen, die unseren unzähligen Insektenarten als Trittsteinbiotope dienen sollen. Der Zweck liegt darin, die Insektenpopulationen innerhalb der Stadt wieder stärker zu vernetzen. Zudem sollen aber auch Lebensräume innerhalb der Stadt geschaffen werden.

Daher wurden vier Insektentankstellen im öffentlichen Raum bepflanzt. Zum Einsatz kommen dabei vorwiegend heimische Arten, da unsere Insektenwelt auf sie spezialisiert ist. Darunter ist beispielsweise die Schafgarbe (Achillea millefolium), der Steppen-Salbei (Salvia nemorosa) oder der Dost (Origanum vulgare).

Um die Blütezeit zu verlängern und den vielen generalistischen Arten ein ausreichendes Nahrungsangebot zu bieten, haben wir uns auch für nicht-heimische Arten entschieden. Dabei haben wir darauf geachtet, dass die Arten nicht invasiv, also ohne menschliches Zutun in unseren Ökosystemen nicht überlebensfähig, sind.

Beim Zwischennutzungsprojekt wild im west wurde auf der Äußeren Mariahilferstraße im 15. Wiener Gemeindebezirk im Jahr 2023 die Begrünung Baubrache trifft Ackerbrache initiiert. Im Rahmen der Maßnahme wurden typische und gefährdete Ackerbeikräuter etabliert, um Bewusstsein für den besonderen und bedrohten Lebensraum zu schaffen.

Im Rahmen der Begrünungsmaßnahmen wurden auch verschiedene Brut- und Niststrukturen zur Verfügung gestellt. Da etwa 70% der heimischen Wildbienenarten für die Anlage von Brutröhren auf offene Bodenstellen angewiesen sind, haben wir offene Lehm- und Sandbereiche geschaffen. Auch für holz- und stängelnistende Bienenarten haben wir Strukturen bereitgestellt.

Dadurch konnten wir einen effektiven Beitrag zum Schutz der urbanen Insektenwelt leisten. Bisher konnten wir schon die verschiedensten Arten auf unseren Insektentankstellen beobachten: Von der Ackerhummel über den Admiral bis zur Schwarzblauen Holzbiene und sogar verschiedene Heuschreckenarten – und das mitten in der Stadt!

Aufgrund von anhaltendem Vandalismus, Diebstahl und Müll ruht unsere Initiative Insektentankstellen jedoch derzeit. Unter geeigneten Rahmenbedingungen sind wir bereit, weitere biodiversitätsfördernde Begrünungsmaßnahmen zu setzen. Sollten Sie über geeignete Flächen im halböffentlichen Raum verfügen, können Sie sich gerne mit uns in Verbindung setzen!